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Am Beispiel der ACME Bee Products Inc., einer fiktiven "Produktionsfirma", tauchen wir ein in die Welt der Honigbiene. 40.000 Mitarbeiterinnen arbeiten ihr ganzen Leben - ca. vier bis sechs Wochen mit Ausnahme der Winterbiene - in verschiedenen Positionen innerhalb des Volkes. Den männlichen Drohnen wird die leider temporäre, aber um so ehrenvollere Aufgabe der Fortpflanzung bis zum "Rausschmiss" im Herbst zuteil.
Wir lernen, dass das Bienenvolk ein systemrelevantes Unternehmen darstellt, da sich über die Jahrtausende unser Ökosystem auf den "Bienenservice" eingestellt hat (Bestäubungsleistung von Nutzpflanzen etc.). Die Jahresproduktion eines Schwarms beläuft sich auf ca. 30 - 100 Kilogramm Honig bei einer Flugleistung von ca. 40.000 Kilometern pro Kilogramm Honig. Dabei deckt ein Volk einen "Wirtschaftsraum" von ca. 30 bis 400 Quadratkilometern ab. Die Bestäubungsleistung liegt bei ca. 1 Billion Blüten / Jahr. Frd. Haefeker erinnert uns auch daran, dass Honig nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch zur Konservierung von Lebensmitteln und zur Wundheilung verwendet werden kann.
Die typische Karriere einer Arbeitsbiene beginnt als Putzbiene, gefolgt von der Ammenbiene, der Honigmacherin, über die Aufgabe als Bau- und Wächterbiene bis hin zur Sammel- und Spurbiene. Die Karriere endet quasi dort, wo die meisten Gefahren lauern - bei den ca. 4.500 Blütenbesuchen pro Tag, bei denen die Sammelbiene zwischen 20 - 40 Milligramm Nektar pro Flug sammelt.
Durch die gut koordinierte Einzelleistung wird eine hohe Gesamtleistung des Unternehmens "Bienenvolk" erzeugt. Dabei spielt das Management durch Pheromon (Botenstoffe) der Königin eine nicht unerhebliche Rolle. Die Königin ist in ihrer Hochphase als alleinige Eiablegerin für den Nachwuchs im Volk zuständig. Zwischen 1.000 bis 2.000 Eier / Tag garantieren den Fortbestand des Volkes. Bei abnehmender Legeleistung und Phenomenproduktion weichselt das Volk per Volksentscheid um und zieht eine neue Königin auf. Ebenfalls demokratisch wird der Entscheidungsprozess der Schwarmteilung vorgenommen.
Zum Ende seines Vortrages erläutert uns Frd. Haefeker noch die Risiko-Offenlegung der ACME Bee Products Inc.. Die Bienenvölker haben im Laufe von 40 Millioen Jahren Evolution keine ausreichenden Vorbereitungen auf die Veränderungen durch die Umwelt (z. B. Parasiten, Monokulturen, Neurotoxide Insektizide, Klimaveränderung etc.) getroffen und kämpfen dementsprechend in verschiedenen Bereichen der Erde ums Überleben. |