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Die Zukunft angehen
Cradle to Cradle - Nachhaltigkeit weiter gedacht

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Frau Dr. Sonja Eser, Biologin und Gründerin der EPEA-Akademie in München, berichtet in einem äußerst spannenden und sehr humorvoll vorgetragenem Vortrag am 21. Juli 2010 von dem Cradle to Cradle Konzept von Prof. Dr. Michael Baumgart und William McDonough.
Cradle to Cradle (von der Wiege zur Wiege) ist ein innovatives Design-Konzept, eine Strategie des Wandels zu einem neuen Wirtschafts-Konzept. Statt permanent Abfall zu produzieren und so Ressourcen zu vergeuden, können Materialien in Kreisläufen geführt und immer wieder neu genutzt werden.

Man hat Folgendes ausgerechnet: Die Fläche, die wir Menschen brauchen für alles, was wir produzieren, konsumieren, die Flächen zur Energieerzeugung, zur Nahrungproduktion, um Häuser zu bauen wie auch Fläche, die unseren Abfall aufnehmen muss, beträgt im Moment 1,4 Planeten. Das nennt man den ökologischen Fußabdruck. Wenn es so weitergeht wie bisher - das belegen wissenschaftliche Studien-, brauchen wir im Jahr 2050 2 Planeten.

Wir erfahren, dass der Schutz der Umwelt und zukunftsfähige, profitable Wirtschaftskonzepte sich nicht ausschließen müssen. Im Gegenteil: Mit dem Cradle to Cradle Konzept wird die Umwelt vor weiterer Ausbeutung und Belastung bewahrt, die Wirtschaft wird unabhängiger von knapper und teurer werdenden Rohstoffen.

Wie funktioniert diese Kreislaufwirtschaft? Verbrauchsgüter werden so konzipiert, dass sie im biologischen Kreislauf immer wieder verwendet werden können. Die Referentin erläutert, wie wichtig es ist, dass diese keine giftigen Substanzen enthalten, die Organismen schädigen können.

Das Material für Gebrauchsgüter wird so konzipiert, dass es seinen Wert dauerhaft beibehält und fortwährend in geschlossenen Systemen (dem technischen Kreislauf) fließen kann. Das schließt Design, Herstellung, Gebrauch, Rückgewinnung und Wiederverwertung ein. Wichtig ist, dass die Produkte wieder zerlegbar sind. Dazu gehört auch, sie zum Gebrauch zu verleasen und nicht einfach die Produkte zu verkaufen (Beispiel: Fernsehgeräte, Autos).

Frau Dr. Eser unterlegt das Konzept immer wieder mit anschaulichen Beispielen. Stellen Sie sich Gebäude vor, die wie Bäume mehr Energie produzieren als sie verbrauchen und ihr Abwasser selber reinigen. Oder T-Shirt, die verrotten und so zu Nährstoffen für Boden, Pflanzen und Tiere werden. Fernseher, die wieder in den industriellen Kreislauf zurückkehren und somit hochwertige Rohstoffe liefern.

Cradle to Cradle ist ein Weg zu einem fast unendlichen, Umwelt und Menschen schonenden und gleichzeitig ökonomisch hochinteressanten Materialkreislauf. Weltweit sind richtungsweisende Unternehmen - vom Mittelstand bis zum Global Player - bereits seit einigen Jahren dabei, das Konzept erfolgreich umzusetzen.

Montag, 24. September 2007/admin
Letzte Änderung: 30.07.10/web710


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